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Das pädagogische Konzept

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das Konzept

Leben und Lernen mit allen Sinnen - Ganzheitliches Lernen

Gliederung

1. Bewegung und Körpererfahrung
2. Förderung der Sinneswahrnehmung
3. Naturerfahrung
4. Phantasie, Kreativität und Spielmaterial
5. Soziales Lernen
6. Gesundheit
7. Schulfähigkeit
8. Ziele und Methoden

1. Bewegungs- und Körpererfahrung - Förderung der Psychomotorik

Wenn Kinder sich bewegen, lernen sie nicht nur ihre Muskeln zu gebrauchen und ihr Gleichgewicht zu beherrschen. Die Entwicklung der Bewegungsmöglichkeiten ist untrennbar verbunden mit der Entwicklung des Denkens, des Fühlens und der Sinnesempfindungen. Die freie und ungestörte Bewegungsentwicklung ist die Basis allen weiteren kindlichen Lernens. Der Wald ist ein optimales psychomotorisches Übungsfeld.
Er bietet eine Vielzahl an Bewegungsanlässen und -möglichkeiten. Die Kinder haben Raum, sich spontan und frei zu bewegen. Das meist unebene Gelände, von Wurzeln durchsetzt, mal aufsteigend, mal abfallend, mal hart und steinig, mal weich und mit Moos bedeckt ist alles eine Herausforderung für das kindliche Nervensystem.
Die Kinder passen sich an und trainieren: Sie klettern, balancieren, springen, hangeln sich hoch, rennen oder kugeln hinunter. Dadurch lernen sie Gefahren einzuschätzen, sie zu bewältigen oder zu meiden. Ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt. Sie erleben die Möglichkeiten und die Grenzen ihres Körpers und lernen diese zu akzeptieren. Dadurch wächst Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in selbstständiges Handeln.

Selbstbewusstheit durch Körperbewusstheit
Ein Ziel der Waldpädagogik ist es, Kindern zu ermöglichen, positive Körper-erfahrungen zu machen als eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung von Identität und eines realistischen Selbstkonzeptes. Ausreichende Möglichkeiten zu freier motorischer Betätigung vermitteln den Kindern Informationen über ihre Gliedmaße, Muskelspannung, Lage des Körpers Gleichgewicht und Beschleunigung des Körpers. Dadurch entwickeln sich Eigenwahrnehmung, Bewegungskoordination und positives Selbstwertgefühl.
Bewegungssicherheit hat immer auch eine Wirkung auf die seelische Ebene.
Ein Kind mit gutem Gleichgewichtssinn ist auch mit seinen Gefühlen im Gleichgewicht und fühlt sich sicher und geborgen.

Im Wald üben die Kinder ihre Motorik instinktiv und ohne Anleitung. Sie lernen ihre motorischen Grenzen kennen und akzeptieren, so dass das Risikoverhalten dem eigenen Leistungsvermögen angepasst wird. Das Wachsen ihrer Geschicklichkeit lässt die Kinder erfahren, dass sie lernen und sich entwickeln. Es lässt sie so stolz auf sich selbst sein.

2. Förderung der Sinneswahrnehmung

Der Wald nährt und erholt die Sinne zugleich. Kinder nehmen die Welt mit allen Sinnen wahr. Sie erkunden sie über das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und alle anderen Bewegungsempfindungen. Wer nichts wahrgenommen hat kann auch keine Fragen stellen, keine Experimente machen, keine Erklärungen aufnehmen. Für eine gesunde seelische und körperliche Entwicklung brauchen Menschen vielfältige Sinneserfahrungen, ebenso für das Aufrecherhalten der seelischen und körperlichen Gesundheit. Unser Leben leidet nicht an absoluter Reizarmut, sondern an Überschüttung mit künstlichen Reizen => dadurch verkümmern bestimmte Wahrnehmungsfähigkeiten.

Der Wald bietet unseren Waldkindergartenkindern eine Fülle von Sinnesreizen; real und authentisch durch unmittelbare Begegnung. Jeder Stock hat eine andere Oberfläche, modriges Holz riecht anders als frisch geschlagenes, das Moos auf dem Waldboden ist weich, Blätter rascheln, der Waldboden dampft nach einem Sommerregen, das Leben wimmelt unter einem hoch gewuchteten Baumstamm, auf der Rinde schiebt sich eine Raupe Millimeter um Millimeter vorwärts.

All das veranlasst zum genauen Hinsehen. Der Wald erschließt sich erst im Verweilen. Andere Dimensionen von Zeit, Ruhe und Ausdauer entwickeln sich beim Beobachten Kinder wollen und müssen experimentieren, um nachdenken zu können. So wechseln sich Toben, Rennen, Klettern mit konzentriertem, ruhigem in sich gekehrtem Erforschen ab. Es gibt keine Lärmüberflutung wie in geschlossenen Räumen. Unsere Kinder erleben die Stille. Sie trainieren das Lauschen und das Differenzieren von Geräuschen. Wir unterstützen das mit einer täglich wiederkehrenden Stilleübung, dem: „Schleier des Schweigens“.

3. Naturerfahrung

Im täglichen Umgang mit der Natur und mit Naturmaterialien erleben unsere Kinder hautnah die sich wiederholenden Abläufe ihrer Umwelt. Sie spüren den tatsächlichen Rhythmus der Jahreszeiten, die unterschiedlichen Qualitäten von Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Sie erleben das Wetter: Sonne, Regen, Wind, Schnee und Kälte. Und sie erleben, wie Pflanzen und Tiere sich den Jahreszeiten anpassen.
Sie beobachten das Entstehen, Wachsen und Vergehen. Sie bekommen ein Empfinden für die Kreisläufe der Natur und dass alles seine eigene Zeit hat.
Die Kinder werden aufmerksam auf die Zusammenhänge und Abhängigkeiten im Leben von Pflanzen, Tieren und Menschen (z.B. „Wer frisst wen?“). Die Kinder spüren die Ruhe und gleichzeitig die Lebendigkeit des Waldes. Die äußere Vielfalt spricht auch die innere Vielfalt, die innere Lebendigkeit der Kinder an.

Die Waldkindergartenkinder erfahren den Wald als Zuhause, als vertrauten Ort, als ihren Wald. Im Spiel mit und in der Natur kommen die Kinder immer wieder mit Tieren und Pflanzen in Berührung. Dem Unbekannten, zu begegnen und es sich vertraut zu machen, stärkt das Selbstwertgefühl. Die Kinder lernen behutsam zu sein, um einen Käfer auf der Hand laufen zulassen, um Tiere die sie beobachten wollen nicht zu erschrecken, um etwas das sie aufheben wollen nicht zu verletzen. Sie entwickeln so Nähe und Verbundenheit zu anderen Lebewesen. Solche Erlebnisse im Kindesalter schaffen die Grundlage für einen, auch in späteren Jahren, respektvollen Umgang mit allem Lebenden!

Aspekte der Naturerfahrung sind:

Vielfalt des Lebendigen
- Die Natur bietet eine unermessliche Vielfalt an Formen, Farben, Lebensweisen, sie ist ein produktives, schönes organisches Miteinander. Sie lehrt uns, dass andere anders sind und dass dies völlig natürlich ist.

Zuhören und genau hinsehen lernen - Die Natur lehrt hinschauen, hinhören, zuhören auch scheinbar Bekanntes ist immer wieder überraschend.

Wahrnehmung für lebendige Prozesse - Wahrnehmung von Naturprozessen kann dabei helfen, sich über Vorgänge in der eigenen Seele bewusst zu werden und sie zu verarbeiten. Einige Beispiele aus der Sprache: Aufblühen, Wachstum, Reifen, Aufbrausen, Entladen, Gewitter…

Seinserfahrung -
Die Natur als "natürliches" Spielfeld bietet uns die Möglichkeit der existenziellen Erfahrung. Das Erlebnis ausgelassenen Spielens, die Möglichkeit kreativer Entfaltung, das Erfahren des eigenen Körpers und dessen Grenzen, ist so wichtig für eine ganzheitliche Erfahrung des Menschseins.

Leben und Tod -
Die Gesellschaft vermeidet das Gewahrsein des Todes, wo es nur geht. Sie hat kein Interesse daran, dass die Menschen sich keine Fragen über ihr Leben stellen. Sie spiegelt die Illusion unendlicher Spaßes, unendlichen Genusses, un-begrenzter Möglichkeiten vor. In der Natur ist die Endlichkeit des Individuums allgegenwärtig, dadurch kann auch die Unausweichlichkeit des eigenen Todes bewusst werden.

Wahrnehmung von Zeit als Lebenszeit -
Das Erlebnis von Natur mit ihrem vielfältigen Rhythmen, Jahreszeiten, das Wetter, verschiedene Tageszeiten mit ihren Stimmungen setzt ein gesundes Gegengewicht zu unseren Uhren und Terminkalendern. Der Morgen ist anders als der Mittag, der Abend, die Nacht. Der Winter ist eher eine Zeit für Stille, nach innen schauen. Der Frühling bringt andere Gedanken, Gefühle, Aktivitäten mit sich als der Herbst.

4. Phantasie, Kreativität und Spielmaterial

Der Wald bietet den Kindern einen idealen und unerschöpflichen Spielraum. Im Waldkindergarten spielen die Kinder mit Dingen die die Natur bietet. Zum Beispiel mit Stöcken, Steine, Blättern, Gräsern, Eicheln, Tannenzapfen, Rinde, Moos usw. Alle diese Dinge haben keinen vorbestimmten Spielzweck. Sie regen zum selbstständigen Gestalten, zum Experimentieren und zum Erfinden an.

Nur das, was die Kinder brauchen, wird zu ihrem Spielzeug.
Kinder entwickeln ihre eigenen Bilder. Der Stock wird zur Bohrmaschine und vielleicht kurze Zeit später zur Angel, mit der man „Blätter-Fische“ angelt. Der Baumstamm, mit dem die Kinder gestern noch zum Mond geflogen sind, wird heute zum gefährlichen Krokodil. Ein umgekippter Baum wird zum Ladentisch, Tannenzapfen, Blätter und Federn zu den Waren. So bieten die vielfältigen Materialien unerschöpfliche Möglichkeiten zum Spielen.

Zusätzlich haben die Kinder die Möglichkeit mit Seilen, Tüchern, der Hängematte und dem Handwerkszeug wie Feilen, Raspeln, Sägen, Kellen und Schippen zu spielen. Je nach Wetterlage bauen wir Seilbrücken oder haben die Malutensilien dabei. Die schon geübten Kinder machen einen Werkzeugschein und dürfen mit den Schnitzmessern arbeiten. Wir haben immer Bücher dabei. Geschichten, Märchen, Rollenspiele und Lieder bekommen in der Natur eine sehr lebendige Kulisse. Der Wald als Spielplatz, ist also immer aktuell.
Er lenkt die Kinder nicht vom eigenen Erleben ab, sondern fördert die Auseinandersetzung damit und trägt so erheblich zu Unterstützung des inneren Gleichgewichts bei.

5. Soziales Lernen

Im Waldkindergarten nimmt das Leben in der Gruppe einen wichtigen Stellenwert ein. Die Kinder sind aufeinander angewiesen, schon deshalb, weil in der Natur schwierige Situationen oft nur durch gegenseitige Hilfe zu meistern sind, z.B. das Besteigen eines Hügels oder das Tragen eines schweren Astes. Die sozialen Interaktionen, die Mithilfe aller ist selbstverständlich. Die Mädchen bestehen die gleichen Abenteuer und Muterprobungen wie die Jungs. Rollenklischees werden aufgelöst. Überhaupt fordert der Wald zum gemeinsamen Spiel auf. Hier wird Verstecken gespielt, werden Tiere und Pflanzen erforscht, und vor allem wird hier im gemeinsamen Rollenspiel in die unterschiedlichsten Rollen geschlüpft. Hierbei lernen die Kinder eigenen Interessen zu erkennen und zu vertreten, selber Spielregeln zu entwerfen und untereinander abzustimmen. Das gemeinsame Erleben stärkt das Gruppenbewusstsein. Sich als Bestandteil einer Gruppe Gleichgestellter zu fühlen, vermittelt Geborgenheit. Die beruhigende Atmosphäre in der Natur, die Weite des Waldes und die Möglichkeiten sich auszutoben oder sich jederzeit zurückzuziehen lässt Aggressionen oft gar nicht entstehen.
Der Wald als Umgebung, die vieles "ertragen" kann, erleichtert das Abreagieren von Spannungen. Aggressive Impulse vermindern sich durch Bewegung: Laufen, Klettern, Schleppen, Springen, Rollen oder wenn nötig, Lärmen und lautes Schreien.

Der Waldkindergarten hilft den Kindern bei der Entwicklung von Strategien, Konflikte friedlich und fair zu lösen. Durch "Besprechungen", Regel-Spiele und Rollenspiele werden Streitigkeiten gelöst, feste Hierarchien in Bewegung gebracht und in Frage gestellt.
Durch die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder in der Gruppe, lernen sie die Schwierigkeiten und Vorteile des Zusammenlebens kennen. Die Kinder lernen auf einander Rücksicht zu nehmen, die Bedürfnisse und Gefühle der anderen Kinder wahrzunehmen, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und die Konsequenzen ihres Tuns zu tragen. Wir haben im Waldkindergarten einige wenige dafür konkret nachvollziehbare Regeln (siehe Tagesablauf und Regeln).
Die Notwendigkeit und das Einhalten dieser Regeln wird somit aus eigener Einsicht nachvollziehbar.

Unter dem Gesichtspunkt, sich mit seinen eigenen Interessen und denen der Gruppe auseinanderzusetzen, ist es wichtig, dass die Kinder sich an Planungen, zum Beispiel der Frage:" zu welchem Platz gehen wir heute", beteiligen. Das sie abstimmen und Aufgaben übernehmen. Sie lernen ihre eigene Meinung zu vertreten sich aber auch unterzuordnen (siehe Tagesablauf).
In altersgemischten Gruppen können Jüngere sehr viel von Älteren lernen. Die Älteren haben als die „Großen“ altersgemäße Privilegien (z.B. sie dürfen neue Wegabschnitte zuerst und alleine auskundschaften) aber auch Verantwortung gegenüber den Jüngeren. Sie lernen Rücksicht zu nehmen, Verständnis zu haben und Geduld zu entwickeln. Hilfsbereitschaft und um Hilfe bitten wird selbstverständlich, ebenso wie das Lösen von Konflikten durch das gemeinsame Gespräch. Dabei lernen sie auch mit Kritik umzugehen.

Jedes Mitglied der Waldkindergarten-Gruppe ist im besonderen Maße als Helfer und Wissensvermittler gefordert. Auf der Basis des Aufeinanderangewiesenseins wird die soziale Kompetenz der Gruppe und des Einzelnen gestärkt.
Vor allem bei sozialen Verhaltensweisen werden Kinder deutlich durch das beeinflusst, was sie bei Erwachsenen, Eltern und größeren Kindern beobachten. Sowohl aggressives Verhalten als auch Geduld und Akzeptanz lernen Kinder am Modell.
Der Waldkindergarten hat das Ziel die Selbstachtung der Kinder durch Achtung, Wärme und eine möglichst nicht an Bedingungen gebundene Form und Akzeptanz zu fördern. In dieser Atmosphäre lernen auch Kinder gegenseitige Achtung und Liebe.

Darüber hinaus fördert das gemeinsame Spielen und Bauen ohne Spielzeug Kommunikation und soziale Verhaltensweisen. Waldkinder sind aufeinander angewiesen. Freundschaften und "Banden" werden wieder wichtig. Große Bauwerke können nur gemeinsam errichtet werden.
Kinder helfen gern. Sie sind von Natur aus emphatische Wesen. Die das Kind umgebende soziale Welt, nimmt Einfluss darauf, in welchem Maße Empathie sich weiterentwickeln kann oder verkümmert. Daher sind gegenseitige Hilfe und Verständnis wesentliche Inhalte im sozialen Umgang im Wald.

Integration von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf

Wir nehmen auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf auf. Unserer Meinung nach profitieren alle Kinder, also die I-Kinder, sowie die anderen Gruppenmitglieder von einer gemeinsamen Betreuung.
Unter Integration verstehen wir:

Akzeptieren von Entwicklungsabweichungen, als Teil der individuellen Persönlichkeit.Gleichwertigkeit der Kinder, das heißt Förderung, aber keine SonderstellungDie besonderen Interessen des Kindes zu vertreten.
Die Umgebung im Waldkindergarten bietet besonders Kindern, die in ihrer Entwicklung eingeschränkt oder verzögert sind gute Möglichkeiten, durch die Stärkung der eigenen Lebens- und Handlungskompetenzen.
Der Schwerpunkt der Förderung in der Natur bezieht sich auf die Schulung der Sinne, der Grob- und Feinmotorik, der Kreativität und Fantasie.
Besonders Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerungen, Verhaltensauffälligkeiten, Abweichungen in der motorischen Entwicklung, in der Sinnes- und Körperwahrnehmung oder allgemeinen Entwicklungsverzögerungen finden im Wald gute strukturelle Bedingungen vor, die die integrative Arbeit fördern. Aufgestaute Energien und große und kindliche Impulse können im Wald ein Ventil finden. Für das Kind gibt es viele Möglichkeiten sich zu bewegen und unterschiedliche Sinnes- und Körpererfahrungen zu machen. Das große Platzangebot und der geringe Lärmpegel lassen ungestörte Spielprozesse zu.

6. Gesundheit

Die Gesundheit unserer Kinder wird durch den ständigen Kontakt mit der Natur gestärkt. Dadurch, dass sie fast immer in Bewegung sind, entwickeln die Kinder eine gute Kondition. Wind und Wetter ausgesetzt zu sein, härtet ab und stärkt das Immunsystem. Widrige Wetterlagen zu bewältigen und gut für sich zu sorgen (z.B. wenn ich mich bewege wird mir warm), stärkt die innere Widerstandfähigkeit und Ausdauer.
Suchtprävention: Die Kinder gestalten ihren Vormittag ohne Abhängigkeiten von diversen Spielsachen, da es kein „Spielzeug“ gibt. Auch verstehen sich die Erzieher/innen nicht als „Animateure, die den Kindern sagen was sie Spielen sollen. Auf dieser Grundlage entwickeln die Kinder eigene Ideen, sie lernen dabei ihre Zeit sinnvoll, sinngebend und aus einem eigenem inneren Antrieb heraus selbstbestimmt zu gestalten. Pädagogisch stellt dies einen wichtigen und notwendigen Aspekt in der frühen Suchtprävention da.

7. Schulfähigkeit

Ziel der pädagogischen Arbeit im Vorschulalter ist die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Die Aufgabe umfasst die Betreuung, Bildung und Erziehung des Kindes im Kindergarten und im Elternhaus. Bestimmte Kulturtechniken, wie aufwendige Schneide- Klebe- und Malarbeiten sollten durch das Elternhaus abgedeckt werden, da diese aufgrund der Besonderheit der Einrichtung nicht durch das ganze Jahr hindurch im Kindergarten vermittelt werden können. Wir Waldfüchse betrachten die gesamte Kindergartenzeit als Vorschulerziehung.

Was bedeutet Schulfähigkeit?
Schulfähigkeit setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Basiskomponenten zusammen, die den Kindern helfen den Anforderungen in der Schule gerecht zu werden.

Psychomotorischer Bereich:
• altersgemäße Entwicklung
• guter Gesundheitszustand

Die Bewegungsmöglichkeiten im Wald bieten optimale Anreize für die Entwicklung der Psychomotorik. Die Kinder lernen aus eigenem Antrieb das Balancieren, Klettern und die Geschicklichkeit über Bodenunebenheiten und Abhänge zu laufen.
Aus der Grobmotorik entwickelt sich die Feinmotorik diese wird trainiert durch den täglichen Umgang mit den unterschiedlichsten Materialien wie. Matsch, Tannennadeln, Blättern, Stöcke, kleine Tiere.....

Kognitiver Bereich:
• Aufgabenverständnis
• Sprachfähigkeit
• Fähigkeit zur optischen und akustischen Differenzierung
• Elementares Mengenverständnis

Die Sprach- und Merkfähigkeit werden gefördert, in dem die Kinder sich schon früh über ihr Spiel austauschen und miteinander einigen, da es wenig vorgefertigte Spielsachen geben. Es regt auch die Phantasie an. Sammeln, Ordnen, Unterscheiden, Beobachten und Experimentieren mit den natürlichen Materialien gehört zum Alltag im Waldkindergarten. Es wird gesungen, es werden Märchen und Geschichten erzählt und erfunden und es werden Rollenspiele gespielt.

Die Kinder zählen sich im Morgen und im Schlusskreis, zählen und sortieren Steine, Stöcke usw.

Emotionaler Bereich:
• Lernbereitschaft
• Orientierung an Regeln
• Selbständigkeit
• Fähigkeit zum angemessenen Umgang mit Konflikten
• Kooperationsfähigkeit
• Emotionale Stabilität

Das anregende Lernumfeld des Waldes unterstützt die natürliche Neugier von Kindern. Die Kinder werden motiviert sich durch das Entdecken und Experimentieren mit ihrer Umwelt auseinander zu setzen und dadurch Zusammenhänge zu erkennen und zu begreifen. Die natürliche Atmosphäre des Waldes fördert die emotionale Ausgeglichenheit der Kinder. Die Kinder lernen draußen, sich an Regeln zu halten, sich gegenseitig zu helfen, aufeinander zu achten und angemessen mit Konflikten umzugehen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse decken sich mit unseren Erfahrungen: Kinder, die ihre Umwelt ausgiebig begreifen und erforschen, ihren Bewegungsdrang ausleben und ihre körperlichen Fähigkeiten mit all ihren Grenzen erfahren konnten, sind auch fähig, konzentriert und neugierig auf Stühlen zu sitzen und dem Unterricht zu folgen.
Die Anleitung zum Schreiben von Zahlen und Buchstaben gehört nicht zu den Aufgaben des Kindergartens, sondern ist Aufgabe der Grundschule.

Neben zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen zu Waldkindergärten im Allgemeinen, liegen mittlerweile auch empirische Studien zum Thema „Schulfähigkeit von Waldkindergärten“ vor (Prof. Roland Gorges FH Darmstadt, 1999).
Das Ergebnis dieser genannten Studie belegt, dass der Waldkindergarten sehr günstige Lernbedingungen „für die Unterstützung der körperlichen, psychomotorischen, kognitiven, motivationalen und sozialen Entwicklung der Kinder bietet. "Kinder, die im Vorschulalter viele Gelegenheiten hatten, ihrem Bewegungsdrang nachzugeben, können sich besser konzentrieren. Diese Kinder werden von den Lehrern in allen abgefragten Lern- und Verhaltensbereichen besser eingeschätzt als der Durchschnitt der Klasse."
Gorges stellt außerdem fest, dass Kinder aus Waldkindergärten überdurchschnittlich reif sind, was ihr Sozialverhalten, ihre Lernmotivation und die Entwicklung ihres Lernverhaltens anbelangt. Die Fähigkeit, Probleme eigenständig zu lösen, eine der wichtigsten Forderungen aus den Ergebnissen der Pisa-Studie wird durch das forschende Entdecken im Waldkindergarten in idealer Weise gefördert.

8. Ziele und Methoden

In unserem Waldkindergarten sind Einfachheit und Klarheit in der Arbeit und dem Umgang mit den Kindern wichtig. Dies zeigt sich in klaren Strukturen, einfachen einsehbaren nachvollziehbaren Regeln für die Kinder und in der Sicherheit der Wiederholbarkeit. Es zeigt sich in der vorgegebenen Umgebung des Waldes und in der abgespeckten Form der Spielmaterialien.

Wir schaffen den Kindern ganz bewusst Freiräume, in denen sie sich innerhalb unserer klaren Regeln "unbeobachtet" entfalten können. Die Kinder haben damit die Möglichkeit in ihr Spiel zu versinken, begleitet von einer liebevoll zurückhaltenden Präsenz der Erzieher.

Wichtige Eckpunkte unserer täglichen Arbeit sind:

• die Bedürfnisse erkennen
• Halt geben, Grenzen setzen und damit Sicherheit schaffen
• die Kinder annehmen wie sie sind, abholen wo sie stehen
• von der äußeren zur inneren Ordnung, durch Rhythmus und Rituale
• Zeit haben zum Innehalten, Zeit haben zum Lauschen, Zeit haben zum kreativ werden, Zeit haben zur Muße.
• Liebe, Behutsamkeit, Achtsamkeit, Sensibilität, Aufmerksamkeit, für sich selbst, für Andere, für die Natur spüren und leben,
• sich als Teil eines Ganzen fühlen können, angenommen sein,
• sich mit Begeisterung und Liebe dem widmen was man gerade tut, wo man gerade ist.

Unser wichtigstes Ziel dabei ist:

Die ganzheitliche Entwicklung von Kindern zu fördern.
Nicht nur das Lernen über den Kopf steht im Vordergrund, sondern das Lernen über die Hand und die unmittelbare Beobachtung und Erfahrung wird angebahnt. Wer etwas 'behandelt', wer sich mit etwas 'befasst', wer etwas 'begreifen' will, der muss dazu auch Chancen erhalten, im wahrsten Sinne des Wortes.

Rahmenbedingungen die uns dabei wichtig sind:

Der Kindergarten als ein Ort ungeteilter Zeiten
Das heißt, es gibt ein vorgegebenes Zeitraster (z. B. Morgenkreis, Frühstück, Schlusskreis), dazwischen entscheiden die Kinder womit und mit wem sie sich beschäftigen. Das Spiel der Kinder hat Vorrang.

Bewegung und Ruhe
Der Kindergarten als ein Ort der Lebendigkeit und Entspannung. Der Wald bietet Anregungen zum Klettern, Rennen und seine eigenen Kräfte entdecken ebenso aber auch die Atmosphäre zum beobachten und sich entspannen.

Zeit und Muße
Nicht das Schnelle, das Hektische oder die Menge an Angeboten ist ein Qualitätsmerkmal von Arbeit mit Kindern, sondern die Beziehung zwischen jedem einzelnen Kind und den Pädagogen. Waldkinder haben Zeit und Muße. Sie werden nicht gehetzt und verplant. Sie dürfen "trödeln", stehen bleiben, schauen, sich auf den Boden legen, kleine Tiere beobachten oder einfach "nur" unter einem Baum sitzen.
Die Zeit, die den Waldpädagogen bleibt, da sie keine ablenkenden Nebenbeschäftigungen und Verpflichtungen haben, nützen sie zur Pflege intensiver
Kontakte und Beobachtung der Kinder.
Der Personalschlüssel ist günstig (2 Fachkräfte für 20 Kinder) und die ruhige Atmosphäre des Waldes macht mit seinen endlosen "Versteckmöglichkeiten" die so genannte "Einzelbetreuung", das Arbeiten mit ganz kleinen Gruppen, möglich.
Im Wald haben die Kinder die Möglichkeit zu erzählen und sich in Ruhe einem Erwachsenen anzuvertrauen. Das Erzählen und zusammen lachen vertieft die Beziehung zwischen den Beteiligten.

Der Kindergarten als ein Ort des Erlebens und Lernens im Handeln
Der Kindergarten ist für das Kind der zweite Erfahrungsraum nach dem Elternhaus, in welchem das Kind gruppendynamische Prozesse durchleben kann, ihnen standhalten muss und daran wachsen kann. Es kann alleine oder in der Gruppe neue Erfahrungen sammeln, zum Beispiel einen Ameisenhaufen mit der Lupe beobachten oder gemeinsam mit anderen auf Entdeckungsreise gehen.

Der Kindergarten als Ort erfahrbarer Demokratie
Die Kinder haben Mitspracherecht
Beispiel: - " Wo möchtest du den Tag verbringen?"
Sie erstellen gemeinsam Gruppenregeln, die dann auch von allen eingehalten werden müssen
Beispiel: - "Kein Kind darf einem anderen das Gebaute zerstören."
Die Kinder müssen sich nach festen sinnvollen Regeln richten
Beispiel: - "Mit Holzstöcken wird nicht geschlagen."
Die Kinder müssen die Konsequenzen für Fehlverhalten tragen
Beispiel: - "Stockverbot"

Individualität: Die Persönlichkeiten aller Kinder sollen geachtet werden
Oberstes Prinzip, das allem pädagogischen Handeln als Basis dienen sollte, ist die Akzeptanz jedes einzelnen Kindes als Persönlichkeit. Jedes Kind hat seine eigene Biographie. Es macht mit seinen Lebensbedingungen subjektive Erfahrungen und entwickelt sich daher individuell. Respekt dem Kind gegenüber verlangt die Fähigkeit der Erziehenden Individualität zu achten und zu unterstützen und auf Vergleiche zu verzichten. Waldkinder sollten sich immer geliebt und angenommen fühlen mit ihren Gefühlen, Charaktereigenschaften und Befindlichkeiten.
Jedes einzelne Kind macht seine eigenen Entwicklungsschritte, und wird dabei beobachtet, begleitet und unterstützt.

Aufrichtigkeit und Beziehung
Sicherheit und Geborgenheit entstehen aus dem Gefühl, so sein zu dürfen wie man ist. Eine wesentliche Methode der liebenden Annahme ist daher die Aufrichtigkeit.
Verständnis erleben die Kinder von dem Augenblick an, in dem sie die Erfahrung machen, dass sie sich nicht verstellen müssen, sondern dass ihnen jederzeit und in jeder Situation eine Beziehung angeboten wird.
Es geht im Waldkindergarten weniger darum Kinder zu formen und zu "erziehen", als ihnen durch aufrichtiges Verhalten eine Fläche anzubieten, an der sie sich reiben und erproben können. So beinhaltet Aufrichtigkeit, dass auch Erwachsene ihre Meinung äußern, ihre Gefühle zeigen und Grenzen setzen können.

Mut, Ausdauer und Durchhaltevermögen
Mut, Ausdauer und Durchhaltevermögen sind Eigenschaften, die, als "konservativ" abgestempelt, als erstrebenswerte pädagogische Ziele aus der heutigen Erziehung fast gänzlich verschwunden sind. Das Klagen der Lehrer über ängstliche (aggressive), unmotivierte und unkonzentrierte Kinder zeigt jedoch, dass diese Eigenschaften nicht nur beim Aufenthalt im Freien wichtig und sogar lebensnotwendig sind.
Das Leben und Spielen im Wald fordert von den Kindern täglich Anpassung an Wetterveränderungen und jahreszeitlich bedingte Spielbedingungen.
Kinder bewerten nicht ihre Lebensumstände, sie vertun keine Zeit damit, sich Dinge anders zu wünschen als sie sind, sie gehen jeden Tag freudig hin um das Beste aus dem zu machen, was gerade vorhanden ist.
Bei den oft etwas rauen Bedingungen draußen im Wald stärken die Kinder diese aus reiner Lebensfreude entstehende Akzeptanz und Neugier ihrer Umwelt gegenüber, vorausgesetzt, sie werden nicht von ihrer sozialen Umwelt "verhätschelt" und bemitleidet. Unbequemes Wetter, Beschwernisse, wie dicke Kleidung, Handschuhe, Kälte und Nässe lehren das Kind Ausdauer und Geduld. Das Kind lernt seine Ziele im Spiel auch dann noch zu verfolgen, wenn ihre Verwirklichung mit Beschwernissen verbunden ist.
Ergänzend zu den eigenen Erfahrungen der Kinder fördern wir die Fähigkeit der Kinder für sich selbst zu sorgen und erwarten von ihnen altersgemäßes selbständiges Handeln in Alltagssituationen (Anziehen, Ausziehen, Essen, auf eigene Sachen achten, Rucksäcke packen und auspacken usw.) und haben Vertrauen darauf, dass sie Gefahren richtig einschätzen können (lernen) und Mutproben "heil" überstehen.

Aus der unbedingten Sicherheit heraus, dass sie immer, wenn sie Schmerzen haben oder sich unwohl fühlen, getröstet und umsorgt werden, können die Waldkinder darauf verzichten bei jeder kleinen Verletzung oder Missgeschick sich in ein "dramatisches" Verhalten hineinzusteigern, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Kinder wollen mutig sein, Abenteuer erleben und ihre Kräfte erproben. Der Wald ist die richtige Umgebung für Mutproben und Abenteuer. In der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der natürlichen Umgebung und in der Gruppe der Gleichaltrigen dürfen Kinder wieder Mut lernen und zeigen und ihre Kräfte messen.

Freude, Humor und Leichtigkeit
Das Leben in der Natur und in der Gruppe soll von Freude erfüllt sein. Engstirnigkeit, Zwingen, Besserwisserei oder Belehren wollen sind Verhaltensweisen, die Kindern nur schaden. Liebevoll über sich selbst und andere lachen zu können schafft eine Atmosphäre der Leichtigkeit, in der Kinder und Erwachsene sich entspannen können, aber auch, Selbsterkenntnis und reale Selbsteinschätzung lernen können, ohne sich ver- oder beurteilt fühlen zu müssen.
Auch im Umgang mit den Eltern, an Elternabenden, bei Elterngesprächen und in Bring- und Abholsituationen möchten wir eine fröhliche Atmosphäre schaffen.

Ausarbeitung des pädagogischen Konzepts Juni 2007:
Andrea Dobrick, Kindergartenleiterin

Der Tagesablauf und die Regeln


In der Anfangszeit im neuen Waldkindergarten ist es wichtig Vertrauen aufzubauen, den Wald zu entdecken, Spielräume und Spielmöglichkeiten im Wald zu erforschen, die Regeln des Waldkindergartens werden abgeguckt/ erklärt und eingeübt.
Die Kinder gewöhnen sich langsam an die Abläufe und Rituale im Wald.
Sie integrieren sich und finden ihren Platz in der Gruppe. Beziehungen entstehen, Kommunikation entwickelt sich, Freunde werden gefunden.

Regeln im Wald

Es werden keine Dinge (Früchte, Pilze, Blätter, Moos, Rinde etc.) in den Mund gesteckt oder gegessen.
Es sollen keine Pflanzen mutwillig ab/ausgerissen werden.Tiere sind leicht verletzbar, deshalb muss mit ihnen vorsichtig umgegangen werden.
Niemand entfernt sich ohne Begleitung eines Erwachsenen außer Sichtweite des zentralen Treffpunktes. An den bekannten Wartepunkten wird gewartet, bis alle Kinder angekommen sind.
Es wird nicht gehauen, gebissen und geschubst. (Stopp-Regel beim Spaßkämpfen) Mit Stöcken wird nicht geschlagen. - Stockverbot.
Jedes Kind ist für seinen Rucksack selbst verantwortlich.
Es gibt spezielle Regeln zum Umgang mit dem Werkzeug (Werkzeugschein).

Der Tagesablauf mit seinen Ritualen

Der Treffpunkt ist morgens um 8.15-8.30 Uhr der Parkplatz der Bereitschaftspolizei und von 8.45-9.00 am Bauwagens.

Der Kindergarten beginnt unter der großen Eiche unserem „ersten Zimmer“ mit dem Morgenkreis in dem die Kinder über Erlebtes berichten, wir gemeinsam abzählen und schauen wer da ist und wer fehlt. Die Kinder bestimmen wohin wir wandern und den Tag verbringen werden. Es gibt verschiedene Plätze im Wald, denen wir Namen gegeben haben wie Kletterbaum, Erdrutsche, Engelwald.. Wir singen ein Begrüßungslied/Spiel und brechen auf.
Die Wanderung mit viel Zeit für Gespräche, erste Spiele, Naturbeobachtungen am Wegesrand und Liedern. Beim Gehen bestimmen die Kinder das Tempo. Täglich werden zwischen 1-2 Kilometer zurückgelegt. Ist der Platz erreicht schauen die Kinder nach ob Ihr „Kindergarten“ noch so ist wie sie ihn verlassen haben. Es ist Zeit anzukommen und auf Toilette zu gehen.( Ein vorher bestimmter Platz Abseits des Spielgeländes.) Dann wird der Platz eingerichtet.

Das gemeinsame Frühstück: Wenn es an der Zeit ist zu frühstücken, waschen sich alle Kinder an dem mitgebrachten Wasser die Hände. Im Rucksack haben sie eine Sitzmatte, ein kleines Handtuch zum Hände abtrocknen und ein abfallarmes, gesundes Frühstück sowie ein Getränk. Im Winter ist eine kleine Thermoskanne mit einem warmen Getränk wichtig. Vor dem Essen haben wir noch unsere Stilleübung: „den Schleier des Schweigens“.

Jeden Freitag haben wir ein besonderes „gesundes Frühstück“ aus dem Licher Bio-Laden wie Müsli, leckeres Brot, Pfannkuchen, usw. (an diesen Tagen brauchen die Kinder nur ihre Trinkflasche mitzubringen).

Freispielzeit: Nach dem Frühstück haben die Kinder genügend Zeit ihre eigenen Spiele zu entwickeln. In einem großzügig abgesteckten Rahmen (Hör- und Sichtweite) bestimmt das Kind den Ort, das Spielmaterial und den Spielpartner selbst. Dabei werden die Kinder Tiere beobachten, mit Werkzeug arbeiten, sie werden aus Steinen, Moos und Stöcken Häuser und Strassen bauen, sich im Rollenspiel üben, klettern, balancieren und in der Hängematte schaukeln und vieles mehr. Wir haben dabei Zeit die Kinder zu beobachten und uns von ihnen zu ihrem Spiel einladen zu lassen. Wir begleiten und unterstützen die Kinder in dieser Zeit indem wir ihre Eigenständigkeit fördern, ihr Selbstbewusstsein und ihre Kreativität stärken und auf ihr Sozialverhalten achten. Wir werden Spielideen der Kinder aufgreifen und unterstützen. Neben diesem freien Spiel haben die Kinder die Möglichkeit zu malen, sich an Bastelangeboten zu beteiligen und Bilderbücher anzuschauen.

Gezielte Beschäftigung: Nach dem Aufräumen haben wir noch eine gemeinsame Zeit mit Theater, Liedern, Spielen, einer Geschichte, einer Gesprächsrunde, der Vorbereitung eines Festes oder der Erarbeitung eines von den Kindern gewünschten Themas.

Förderung der Vorschulkinder: Für alle Kinder ab 5 Jahren beginnt einmal in der Woche die „Großengruppe“ mit altersgemäßen Themen wie: Farben, Formen, Zahlen, Gefühle, Theater, ... Behandelt werden diese Themen über einen längeren Zeitraum unter Verwendung der unterschiedlichsten Mitteln und Möglichkeiten. Dabei erfahren "die Großen" besondere Wertschätzung.

Schlusskreis: Nachdem die Rucksäcke gepackt und aufgesetzt sind, gehen wir direkt und flott zurück zur großen Eiche zum Schlusskreis, dort wird noch einmal gezählt, den Wochentag festgestellt, an wichtige Dinge für die kommende Woche erinnert und ein gemeinsames Schlusslied gesungen. Danach nehmen die Eltern, von 12.45-13.00 Uhr Ihre “Waldkinder“ am Bauwagen wieder in Empfang.

Im Waldkindergarten wird sowohl kind- als auch situationsorientiert gearbeitet, das heißt wir greifen Themen auf mit denen sich die Kinder konkret beschäftigen oder mit denen sie konfrontiert werden (z.B. Todesfall in der Familie, neues Geschwisterchen, Umzug, Anschaffung eines Haustiers, Was machen die Waldarbeiter in unserem Wald, Wie sieht das Wasserwerk an dem wir immer vorbeigehen von innen aus...). Dadurch kann der Tagesablauf variieren und es bleibt spannend.

Ausflüge

Wir werden nach Absprache mit den Eltern Ausflüge zur Polizei, der Feuerwehr, ins Kino, ins Heimatmuseum, in andere Kindergärten machen. Auch werden wir Kindergärten zu uns einladen. Mal sehen was uns und den Kindern so einfällt.

Feste und Feiern

Kinder brauchen Feste als Höhepunkte im Jahresverlauf, auf die sie sich freuen und vorbereiten können. Das gemeinsame üben und vorbereiten stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Das feiern von Festen gemeinsam mit den Eltern, die für sie mitverantwortlich sind, zeigt den Kindern, dass ihre Eltern den Kindergarten, der für viele ein zweites Zuhause geworden ist, unterstützen und akzeptieren. Wir feiern alle Feste im Jahresverlauf wie Fasching im Februar, im Herbst ein Laternenfest, im Winter eine Waldweihnacht, und hoffen der Osterhase findet uns. Vor den Sommerferien gibt es eine große Übernachtung mit Elternfrühstück.
Die Geburtstage der Kinder werden ebenfalls im Wald gefeiert. An diesem Tag steht das Geburtstagskind im Mittelpunkt. Es darf der "Bestimmer" sein d.h. das Kind darf entscheiden wo wir hingehen und mit welchen Lieder und Spielen der Tag gestaltet wird. Es bekommt eine Waldkrone und ein kleines Schatzkästchen in das die Kinder während der Wanderung Wald-Schätze sammeln. Wir singen das Geburtstagslied und essen gemeinsam den Kuchen den das Geburtstagskind mitgebracht hat. (Wir verzichten bewusst auf Geschenke für die anderen Kinder.)

Religion

In unserem Waldkindergarten vermitteln wir den Kindern die grundsätzlichen Werte unseres Kulturraumes. Dazu gehören Bestandteile der christlichen Religion, die konfessionslose Kinder oder Kinder anderer Religionen nicht in Bedrängnis bringen sollen. Feiern wir beispielsweise das Weihnachtsfest, wird den Kindern der entsprechende christliche (historische) Hintergrund nahegebracht.

Elterngespräche

Beim Bringen und Abholen der Kinder besteht immer die Möglichkeit zu einem kurzen Austausch. Einmal im Jahr, bei Bedarf auch öfter führen wir ein Elterngespräch dabei kann es um den Entwicklungsstand des Kindes gehen, seine momentanen Spielinhalte, Grad der Integration des Kindes in der Gruppe, Formen seines Sozialverhaltens. Wir Erzieher/innen wünschen uns sehr, dass die Eltern uns bei Bedarf auf ein Elterngespräch ansprechen. In gleicher Weise verfahren wir von unserer Seite. Eine offene und konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns sehr wichtig, da die Eltern die Experten ihrer Kinder sind.
Zweimal im Jahr haben wir einen Elternabend, mit Thema, Bildern und viel Zeit für aktuelle Fragen.
Eine "Waldpost" = Elternbrief per e-Mail informiert die Eltern einmal im Monat über unsere Erlebnisse im Wald, über Pläne und Termine.

Kleidung der Kinder

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.“
Die Kleidung sollte sich nach Witterung und Jahreszeit richten. Wenn es warm ist sind dünne, lange Hosen und ein langärmeliges T-Shirt ratsam, da es im Wald immer etwas kühler als in der Sonne ist. Festes Schuhwerk benötigen die Kinder jeden Tag, eine Kopfbedeckung ist empfehlenswert, bei unbeständiger Wetterlage und Regenwetter sind Regenjacke, Regenhose und Regenhut, evtl. Gummistiefel erforderlich. Bei zunehmender Kälte ist das „Zwiebelprinzip“ am geeignetesten: Mehrere Schichten Kleidung übereinander, die je nach Temperatur ausgezogen und in den Rucksack gepackt werden können. Im Winter ist Wollunterwäsche gut, sowie Fleecepullover und Hose und eine gefütterte Regenhose sowie eine gute Jacken, Handschuhe und Mütze.
„Trockensein“ ist im Waldkindergarten am Anfang nicht unbedingt erforderlich. Kinder die nicht zuverlässig Bescheid sagen können, sollten lieber noch eine Windel tragen, denn um das Kind im Winter ganz umzuziehen, ist es oft zu kalt.

Ausweichunterkunft

Bei Sturm, Gewitter oder anderen Gründen, aus denen der Wald nicht betreten werden kann, findet der Kindergarten in unserer Ausweichunterkunft statt.
Die Erich-Kästner-Schule in Lich ist so freundlich und überlässt uns für diese Fälle Räumlichkeiten.